Interview mit Karsten Höser zum deutschen Spieleautorenwettbewerb für Familienspiele

LogoSeit ein paar Wochen gibt es einen neuen Spieleautorenwettbewerb. Doch gibt es mit dem Hippodice Wettbewerb nicht genug Spieleautorenwettbewerbe? Um zu erfahren, welche Motivation den Ausschlag für diesen neuen Wettbewerb gegeben hat, habe ich ein Interview mit Kartsten Höser geführt. Karsten Höser hat diesen neuen Wettbewerb mitgegründet und ist seit vielen Jahren in der Spielerszene aktiv. Die meisten kennen Karsten Höser warscheinlich als Redakteur der Spielerrei, (Spielezeitschrift)  oder als Organisator der Spieleautorentreffen im mittleren Ruhrgebiet und im Badischen Dreiländereck.

Brettspielelabor:Herr Höser, was war denn die Motivation einen neuen Spieleautorenwettbewerb ins Leben zu rufen?

 Karsten Höser: In vielen Gesprächen mit Vertretern der Spielszene sind wir zu dem Ergebnis gekommen, dass der spielerische Abstand von sogenannten „Familienspielen“ zu den „Kennerspielen“ immer größer wird. Das Interesse der Verlage und somit das Angebot der Spiele verlagert sich deutlich in die Richtung der „Kennerspiele“. Dies haben auch die Spielautoren erkannt und sich auf diese Entwicklung eingestellt. So werden den Verlagen immer komplexere Spiele angeboten. Auf der anderen Seite ist die Anzahl der „Familienspieler“, die ich viel lieber „Gernspieler“ nenne, deutlich größer als das Klientel der Vielspieler. Die Folge ist, dass das Angebot für eine größere Zielgruppe immer geringer wird. Um die breite Masse der Bevölkerung zum Spielen zu gewinnen, benötigen wir Spiele mit leichten Einstiegsregeln. Um die Autoren zu motivieren auch wieder im „Gernspielerbereich“ kreativ zu werden, haben wir diesen Autorenwettbewerb für Familienspiele ins Leben gerufen. Unserer Argumentation hat sich wohl auch der Verein „Spiel des Jahres“ angeschlossen, die den Deutschen Spielautorenwettbewerb unterstützen.

 Brettspielelabor: Beim Wettbewerb selbst dürfen nur Prototypen (also unveröffentlichte Spiele) eingereicht werden. Dürfen die Autoren während der Zeit des Wettbewerbs ihre Spiele Verlagen vorstellen?

Karsten Höser: Ja, die Autoren dürfen ihre Spiele den Verlagen vorstellen. Sollte es zwischenzeitlich zu einem Vertragsabschluss kommen, wäre es schön, wenn die Autoren uns das fairerweise mitteilen, so dass wir das Spiel aus dem Wettbewerb herausnehmen können. Dadurch bekommen andere Teilnehmer die Möglichkeit zu den Gewinnern zu zählen.

 Brettspielelabor: 30-40 Spiele in der Endrunde ist eine große Zahl. Wie detailliert wird denn das Feedback sein, dass man von den Testspielern bekommt.

 Karsten Höser: Die Anzahl der Spiele finde ich recht übersichtlich. Wir haben einen entsprechend langen Zeitraum zum Spielen, in vier Monaten bekommt man schon einiges durchgespielt. Weiterhin stehen viele unterschiedliche Spielgruppen zur Verfügung, die sich der Spiele annehmen. Ein Großteil der Tester besitzt eine langjährige Erfahrung im Spielen von Prototypen und ist in vielen Bereichen der Spielszene tätig. Zu der Gruppe gehören Rezensenten von Spielzeitschriften, Organisatoren von Spielveranstaltungen, wie dem SpielInn in Hagen, dem Spielseminar in Bödefeld und den Spielautorentagen im Ruhrgebiet und in Baden, sowie ehemalige Organisatoren anderer Wettbewerbe, die ihre Arbeit viele Jahre gewissenhaft durchgeführt haben. Die Spielgruppen sind räumlich auch so weit getrennt, dass sie untereinander keinen Einfluss auf das Spielgefühl nehmen können. Die Testgruppen füllen während des Spielens Fragebögen aus. Im Anschluss an den Wettbewerb werden die Ergebnisse zusammengefasst und an die Autoren geschickt.

Brettspielelabor: Wie finanziert sich der Autorenwettbewerb und was verdienen die Veranstalter daran?

Karsten Höser: Der Deutsche Spieleautorenwettbewerb finanziert sich durch die Unterstützung des Vereines „Spiel des Jahres“ und den Teilnehmerbeiträgen. Alle Arbeiten der Organisatoren und der Spielgruppen werden ehrenamtlich geleistet und niemand erhält monetäre oder Sachleistungen für das Testen. Dadurch gewähren wir objektive Bewertungen aus den Testrunden.

 Brettspielelabor: Ich finde einen solchen Wettbewerb super. Gerade junge Autoren können hier einen Fuß in die Spieleautorenszene bekommen. Ich hoffe, der Wettbewerb wird ein voller Erfolg. Vielen Dank für das Interview. Für alle die sich angesprochen fühlen, informiert euch auf der Homapege (hier) und bewerbt euch bis spätestens 7. Juli. Ich bin gespannt, welche super Ideen dann zum Sieger gekührt werden.

 

2 Gedanken zu „Interview mit Karsten Höser zum deutschen Spieleautorenwettbewerb für Familienspiele

  1. Hallo Manuel,

    der Link enthält ein Leerzeichen zuviel. Dadurch führt der Link ins Leere, aber natürlich kann man es dann leicht finden….vielleicht korrigierst Du das noch.

    Danke
    Matthias

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