Bericht über das Spielautorentreffen in Göttingen

Vom 1. Juni bis 2. Juni war in Göttingen das 32. Spieleautorentreffen in Göttingen. Angemeldet hatten sich über 100 Spieleautoren.

Als ich vor zwei Monaten beschloss nach Göttingen zu gehen musste ich für mich selbst die Frage klären „Sind meine Spiele  so gut, dass ich sie vorstellen kann? Ich entschied, dass ich es wohl nie rausfinden werde wenn ich nicht auch etwas wage.

Die nächste Frage war. Will ich beim Spieleautorenstipendium mitmachen. Ich entschied mich dagegen. Ich wollte einfach nach Göttingen gehen, mir das ganze Treffen anschauen, Leute kennen lernen und mich über das Spieleerfinden austauschen.

Hier also ein kleiner Bericht wie es mir als Neuling so erging:

Freitag:

SAZ Vollversammlung: Als Mitglieder der Spieleautorenzunft nahm ich an der Vollversammlung teil. Sehr interessant welche Idee, Gespräche hier geführt wurden. Auch wenn es hier nicht direkt um das Spieleerfinden geht bekommt man doch einen guten Einblick in die Branche, oder aktuelle Themen. Nach der Sitzung hatten sich einige Autoren noch verabredet gemeinsam zu Essen oder noch einmal zu testen. Ich ging mit zum Testen. Und stellte einem Autor noch eine Spieleidee von mir vor. Wenn ich so darüber nachdachte wird mir klar, dass es nicht das Feedback war das diesen Test so gut machte. Sondern dieser Test zeigte mir einfach noch einmal, dass ich mich mit meinen Ideen nicht verstecken musste.

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Samstag:

Die erste Nacht wollte ich nicht so richtig schlafen. Träumte ich doch immer wieder von meinem Spieleideen. Aufgestanden bin ich also viel zu früh. Was aber auch nicht schlecht war. So konnte ich noch einmal durch Göttingen laufen und mir die Stadt ein bisschen anschauen. Aus Freiburg (wo ich derzeit wohne) ist man ja was eine schöne Altstadt angeht sehr verwöhnt. Aber ich muss sagen Göttingen hat wirklich auch eine sehr schöne Altstadt. Um 9.00 Uhr ging es dann los. Ich baute meine Spiele auf. Und da ich keine Lust hatte auf einen Redakteur zu warten setzte ich mich einfach mal an den Nebentisch und spielte die Spiele eines Kollegen. Schnell stellte ich fest, dass die Redakteure nicht ganz aus freien Stücken an einen Tisch kommen. Ich wollte mich aber weder aufdrängen, noch meine Ideen überschwänglich anpreisen. Ich gebe ja zu, wenn ich etwas das erste Mal mache bin ich eher zurückhaltend. Ich schaute dann aber einfach anderen Autoren über die Schulter. Wie sie mit den Redakteuren sich unterhalten.

Und dann gelang es mir doch wirklich einen Redakteur an meinen Tisch zu locken. Ich versuchte mich kurz zu fassen. Der Redakteur hörte mir zu und sagte dann aber auch, dass er diese Art Spiele gerade nicht sucht. Er erklärte mir kurz die Situation im Verlagsprogramm. Für mich war das Verständlich und ich erkannte einfach auch das es nicht an meiner Idee an sich lag das er abgelehnt hatte. Am Vormittag spielten dann vor allem noch ein paar andere Autoren meine Spiele. Dabei bekam ich wirklich sehr interessantes Feedback zu hören. Den Rest des Tages verbrachte ich damit Spiele von anderen Autoren zu spielen.

Das positive dabei ist. Wer sich für die anderen Interessiert bekommt dann die gleiche Aufmerksamkeit von ihnen geschenkt. Am Ende des Tages war ich dann Glücklich. Ich hatte viele sehr interessante Menschen getroffen, mit ihnen mich ausgetauscht. Und den einen oder anderen Verlag konnte ich auch noch meine Spiele vorstellen.

Bei einem traditonellen (ich glaub das ist eine Tradtiton) Abendessen konnten dann weitere Gespräche geführt werden. Nachdem ich aber so viele neue Menschen kennen gelernt hatte war ich auch ziemlich geschafft und so war ich ganz glücklich als ich zurück zum Hostel gehen konnte und mich niemand mehr kennen lernen wollte und ich auch nicht versuchte jemand anderes kennen zu lernen.

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Sonntag:

Sonntag ging es erst um 10 Uhr los. Dafür mit Publikum aus Göttingen. Ich genoss die Zeit, spielte selbst noch ein paar Prototypen an. Unterhielt mich mit dem einen oder anderen über die Herstellung von Prototypen und erklärte von Zeit zu Zeit auch noch meine eigenen Spiele.

Fazit des Wochenendes:

Göttingen ist super. Man lernt viele Leute kennen, man lernt selbst viele Leute kennen. Für mich hat es sich gelohnt. Ich habe alte Bekannte getroffen, neue Leute kennen gelernt und sie mich. Ich konnte gerade mal 4 Verlage ansprechen. Doch die wo ich angesprochen habe, waren entweder sehr interessiert oder halfen mir auf eine andere Art und Weise weiter. Und wenn es nur ein Tipp war wie „Die Idee ist super, schwer zu realisieren aber doch mir gefällt sie“ Klar mit einer solchen Aussage hat man kein Spiel untergebracht. Aber es ist eine Würdigung der Idee und ich hab mich einfach auch darüber gefreut das ein Verlagsvertreter meine Idee positiv war genommen hat. Egal ob das nun in sein Programm passt oder nicht. Ich konnte einfach merken, dass ich mit meinen Ideen auf dem richtigen Weg bin.

Tipp:

Wenn du vor hast über längere Zeit in der Spieleautorenszene aktiv zu sein lohnt sich Göttingen auf jeden Fall. Du lernst unkompliziert Leute kennen. Dazu solltest du aber nicht warten bis jemand an deinen Tisch kommt. Lauf einfach umher setzte dich an einen Tisch, spiele mit. Tausche dich aus. Ich habe Teilweise auch bei anderen Autoren mit Redakteuren gespielt. Und konnte auch dadurch viel lernen.

Wenn du gerne den ganzen Tag erklären willst, dann bewerbe dich für das Spieleautorenstipendium.  Ich glaube die Leute haben wirklich 8-9 Stunden unermüdlich ihre zwei Spiele erklärt. Eine heißere Stimme gibt’s gratis. :-)

Übernachtungsmöglichkeit:

Übernachtet habe ich im sehr günstigen Hostel37. Ein wirkliches sehr schönes und süßes Hostel. Sauber und liebevoll eingerichtet. Ich war nicht der einzige  Autor der dort geschlafen hat. Und der Besitzer ist wirklich klasse. So kam er doch am Sonntag in die Stadthalle und spielte von seinen Gästen die Prototypen. Ich finde so etwas Klasse.

2 Gedanken zu „Bericht über das Spielautorentreffen in Göttingen

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