Boardgame Jam – Ein Spiel erfinden in nur 48 Stunden?

Ein Spiel in 48 Stunden erfinden, geht das denn? Um diese Frage beantworten zu können, liesen sich am 17. bis 18. Januar 14 Leute auf das Experiment Boardgame Jam ein. Samstag um 9.30 Uhr ging es los. Mitmachen konnte jeder. Das Besondere an einem solchen Jam besteht nämlich darin, dass jeder sich mit seinen Talenten einbringen kann. Entwickelt wurden in kleinen Gruppen von 3 – 4 Leuten.

 Die kreative Energie war spürbar, gerade zum Anfassen und doch war sie so unwirklich, nicht erklärlich. Alle waren motiviert und schnell waren zahlreiche Ideen zu Papier gebracht. Doch bis 48 Stunden später die Gruppen ein spielbares Spiel haben sollten rauchten die Köpfe und wurde noch so manches Hirnschmalz verbrannt.

Dabei lag das Gefühl der Verzweiflung genauso in der Luft wie der süße Duft von Erfolg. Es wurden Spielbretter gezeichnet, Karten gestanzt, bedruckt und wieder zerrissen. In den unzähligen Testpartien wurde dann aber gelacht, Schadenfreunde bekundet und neuer Mut geschöpft. Denn mit jeder Testpartie wurden die Spiele besser. Die jeweiligen Gruppenmitglieder unterstützten sich dabei vorbildhaft. Es wurde motiviert, ausgetauscht und bei einer Pause auch mal den nötigen Abstand gewonnen. Das alles um das große Ziel zu erreichen. Ein spielbares Spiel zu erschaffen. Was sich Samstags noch niemand vorstellen konnte, wurde dann am Sonntag zur Realität. Wir spielten unsere eigenen Spiele. So wurden wir in einem strategischem Kennerspiel zu ambitionierten Bürgermeistern. Bauprojekte mussten geplant, organisiert und durchgeführt werden. Dabei müssen die Spieler sowohl die Markt- und Stadtentwicklung als auch die jeweiligen Mitspieler im Blick behalten. Denn am Ende zählt nur eins – persönlicher Erfolg. Gnade mit den Mitspielern ist hier nicht angebracht. In dem abstrackten Kartenspiel „Cyberwar“ ging es darum, Best möglichst Synergien zu nutzen um seinen ganz persönlichen Zielen näher zu kommen. Das Spiel zeichnet sich durch ein einfaches Regelwerk, kombiniert mit innovativen 6 eckigen Karten und einem intelligenten Synergie Mechanismus aus. Ein weiteres Spiel entwickelte sich von einem Paternoster Mechanismus zu einem Handkarten gesteuerten Spiel. Bei dem es darum geht richtig einschätzen, welche Karte der Gegener als nächstes spielt. Denn wer die richtige Karte spielt, bekommt womöglich alle Schätze / Rohstoffe, während die anderen leer ausgehn.

Was alles passieren kann, wenn viele unterschiedliche Menschen gemeinsam an einem Projekt arbeiten, konnten alle Teilnehmer des Boardgame Jam’s erfahren. Dabei wurde deutlich, der kreative Kopf wird genauso benötigt, wie der ewige Nörgler, der Analytiker oder die Ruhe in Person. Für mich persönlich war der Jam ein voller Erfolg. Vor allem, dass einige Gruppen weiter an ihrer Spieleidee arbeiten wollen finde ich super. Danke an alle, die teilgenommen haben und diesen Boardgame Jam zu dem gemacht haben, was er letzten Endes war: Ein Spielplatz voller kreativer Energie. Fotos des Boardgame Jam’s: gibt es hier. Danke an Stefan Graf der diese super Fotos gemacht hat.

5 Gedanken zu „Boardgame Jam – Ein Spiel erfinden in nur 48 Stunden?

  1. Hallo Manuel,

    was ist denn das für eine Maschine (Schwarz mit einem Hebel) auf dem 9. Foto, das Stefan Graf bei der Veranstaltung gemacht hat?

    Bernhard

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