Der Rätselkoffer

Wie die Idee entstand!

Alles begann im Jahre 2015. Meine Frau und ich bekamen einen Gutschein für einen Real Live Escape Room. Genau das richtige Geschenk für zwei Spieler – wie wir es sind. Der Raum war nicht schlecht, aber kaum war ich aus dem Raum raus, dachte ich so bei mir: Das kannst du besser!

Naja, wenn man sowas behauptet, ein paar Freunde waren Zeugen, muss man das auch umsetzen. Ich habe also erstmal analysiert was mir nicht gefallen hat. Schnell wurde klar, dass der Raum einfach keine Seele hatte. Natürlich es gab Rätsel, die waren auch von der Schwierigkeit recht knackig. Aber das Thema des Raumes „Sheldon Couper“ wurde wenig bis gar nicht aufgegriffen. Bis auf ein paar wenige Ideen gab es wenig was überraschte. Das war es aber was ich mir von einem Escape Room wollte. Ich wollte überrascht werden. Geheimtüren, -fächer, -schuhe, -codes.

Woher einen Raum nehmen?

Die Idee war also ein eigene Live Escape Room zu konzipieren. Das Problem war eine geeignete Räumlichkeit zu finden. Nachdem ich einige Zeit darüber nachgedacht hatte, dachte ich mir, es wäre viel sinnvoller etwas zu entwickeln, das in jedem Raum stattfinden könnte. Natürlich kam dabei auch schnell die Idee ein Brettspiel zu machen. Doch ich konnte mir nicht vorstellen, wie das Material, das ich im Kopf hatte, so gestaltet werden könnte, dass ein Verlag das produzieren möchte. Für mich gab es Escape Rooms nur auf zwei verschiedene Arten: virtuell – als Computerspiel oder real – wo ich alles anfassen kann. Einige Escape Room Brettspiele gibt es ja schon. Ich hatte noch keine Chance eins davon zu spielen, werde mir diese aber natürlich genau anschauen.Letzten Endes entschied ich mich dazu, dass alles in einen Koffer passen soll. Denn ich bin nicht wirklich mobil (kein Auto etc.) aber ein Koffer kann man ja auch im Zug transportieren.

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Die Lösung – ein Rätselkoffer

Die Idee eines Rätselkoffers war also geboren. Ein halbes Jahr lang entwickelten meine Frau und ich Rätsel, durchforsteten die Dachböden unserer Großeltern und Flohmärkte und ließen unseren Gedanken freien Lauf. Kurz vor Weihnachten 2015 machten wir uns daran alles zu bündeln. Schnell stellten wir fest, dass wir viele Dinge aus den verschiedensten Zeitaltern, Ländern usw. zusammengetragen haben. Was also daraus machen. Letzten Endes beginnt die Geschichte des Rätselkoffers nun damit, dass man diesen Koffer findet. Er gehörte einem alten Mann der viel gereist ist in seinem Leben und sein Lebensgeheimnis in diesem Koffer versteckt hat. Nur wer würdig ist, das Geheimnis zu erfahren ist auch in der Lage alle Rätsel zu lösen.

Wie bei der Entwicklung eines Spiels stellt sich auch hierbei die Frage nach der Zielgruppe. Da ich in einem örtlichen Jugendtreff arbeite war schnell klar den Koffer für Familien, Kinder und Teenager zu entwickeln. Ich entschied mich dazu, dass es wenige Rätsel geben sollte, die man nur durch Logik lösen kann. Mich persönlich reizen solche Rätsel nicht besonders. Viel wichtiger war mir, dass die Leute Dinge anfassen und ausprobieren können und dabei immer wieder überrascht werden. Am Ende haben wir zwei verschiedene Versionen entwickelt. Eine für Kinder und eine für Erwachsene. Kinder kann man einfach auch damit begeistern, dass mit einer UV Lampe ein leeres Blatt untersucht werden muss. Kinder finden das mysteriös und sind stolz darauf selbst darauf gekommen zu sein. Sich minutenlang mit einem einzigen Rätsel zu beschäftigen ist eher nicht ihr Ding. Erwachsene zu begeistern ist schwerer. Dennoch sind alle unser Spieler immer davon begeistert gewesen was alles in so einem Koffer drinstecken kann.

Zu Weihnachten spannten wir dann unsere komplette Familie ein. Und schnell merkte man, der Koffer hat einen großen Aufforderungscharakter. Viele weitere Tests folgten: dabei schauten wir vor allem darauf wo Schwierigkeiten entstehen, bzw. wie die Spieler bestimmte Rätsel angehen. Allein der Moment wann welcher Schlüssel etc. auftaucht kann enorme Auswirkungen haben. Auch mussten manche Rätsel angepasst werden, da Spieler oftmals cleverer waren als wir. Doch am allerwichtigsten war es uns einen guten Flow hinzubekommen. So sollte sich Erfolgserlebnis und Herausforderung immer schön abwechseln.

Ein weiteres Problem war, den Koffer so zu gestalten, dass nicht nur eine Person alles löst. Zudem können nicht 8 Leute um einen einzelnen Koffer sitzen. Das viele gleichzeitig etwas tun können ist gar nicht so einfach. Wir haben deshalb darauf geachtet, dass es wenige Momente gibt, in denen nur einer etwas machen kann. Das heißt, entweder man sucht Hinweise oder die Rätsel sind so, dass alle mitdenken können. Dennoch ist die maximale Spielerzahl 4 bei nicht geübten (erwachsenen) Spielern. Bei sehr geübten Spielern spielt man am besten zu zweit, denn sonst ist die Gefahr zu groß, dass jemand ausgeschlossen wird.der-geheimnissvolle-koffer

Ein kleines Fazit

Diesen Rätselkoffer zu machen war super! Zum einen konnte ich viel über Game Design lernen. Denn dieser Koffer hatte seine ganz eigenen Herausforderungen mit sich gebracht. Zum anderen war es schön ein Projekt mal abschließen zu können – etwas, das mir bei Brettspielen bis dato noch verwehrt bleibt. Denn abgeschlossen ist ein Brettspielprojekt erst, wenn es produziert im Schrank steht. Natürlich, der Koffer ist nicht produzierbar und dennoch hatte ich meine helle Freunde dabei ihn zu entwickeln. Derzeit sind wir dabei, ihn ein bisschen abzuspecken. Denn mit 11 kg ist er nicht gerade leicht und sehr teuer um ihn beispielsweise per Post zu verschicken. In Zukunft soll er maximal noch 10kg wiegen und somit auch günstig zu versenden sein, damit noch viele weitere Leute in den Genuss kommen.  

Den Koffer ausprobieren…

Wer jetzt Lust bekommen hat den Koffer mal auszuprobieren hat in Essen die Chance dazu. Leider können nur 4 Leute spielen. Jeweils zwei am Freitag um 12.00 Uhr und am Samstag um 12.00 Uhr am SAZ Stand (Halle 3 Q-108) auf der SPIEL in Essen.

Was ihr dafür machen müsst das ihr Spielen dürft? Ganz einfach ihr schreibt mir eine E-Mail mit dem gesuchten Lösungscode. Dieser besteht aus einer 8-stelligen Zahl. Die ersten vier Einsendungen (per E-mail: Brettspielelabor@web.de) dürfen den Koffer spielen. Ihr braucht dazu das Titelbild des Beitrags. Also schnell Hochscrollen und los geht’s!

*Weiter unten gehts zur Lösung.

 

*Die Lösung des Rätsels

Zuerst mussten die richtigen Zahlen auf dem kleinen Zettel entdeckt werden. Dort war zu sehen:

8 – 7 Wonders Duell – Pandemic Legacy – 23

Wichtig war hierbei herauszufinden, das Pandemic Legacy für “1“ steht (BGG Rank: 1) und 7 Wonders Duell für “10”. (BGG Ranking; 10)

Die so herausgefunden Zahlen 8 – 10 – 1 – 23 stehen für jeweils einem Buchstaben im Zitat „Vieles ist anders als man denkt – mein Freund“.

8  = S   / 10 = A  / 1 = V / 23 = E.  Zusammengesetzt ergibt sich daraus das Wort “Save”. 

Das war der Hinweis dazu, dass man das Bild speichern muss. Wer das Bild speicherte sah den Lösungscode im Dateiname des Bildes :

„Der-Zahlencode-lautet-8-9-7-7-7-7-4-2…“

Ich gebe zu, dass war schwer. Ich hatte einfach Angst, dass das Rätsel zu einfach ist, da man ja im Internet beliebig viel Zeit investieren kann. Dennoch haben einige die richtige Lösung gefunden – letzten Endes sogar zu viele!

3 Gedanken zu „Der Rätselkoffer

  1. Größe Klasse!!! Ich bin beim Stöbern im Netz hierher gelangt, weil ich meinem Mann zum runden Geburtstag ein escape Spiel in unseren eigenen vier Wänden gestalten( Hochmut kommt vor dem Fall….) – leihen – kaufen möchte. Kannst du mir Näheres zum Rätselkoffer sagen? Kann ich den irgendwo kaufen? Besten Dank für deine Hilfe! Andrea

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