Interview mit Mark “Krimsu” Sienholz über die Entwicklung seines Spiels “Das Labyrinth des Pharao”

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 Im Folgenden habe ich ein Interview mit Mark “Krimsu” Sienholz über sein Spiel gemacht. Dabei ging es vor allem um die Entwicklung des Spiels. Eine kurze Spielbesprechung gibt es hier.

 Brettspielelabor: Seit 1997 hast du einen eigenen Verlag. Was motiviert dich nach vielen Jahren immer noch daran deine Spiele im Eigenverlag herauszubringen? Auf deiner Homepage kann man ja nachlesen, dass dabei nicht immer alles nur schön ist.

Krimsu: Die ursprüngliche Antriebskraft, im eigenen Spiele-Verlag ein Spiel rauszubringen, ist immer noch, dass von der Grundidee bis zur letztendlichen Umsetzung alles so ist, wie man sich das selber vorstellt. Wir haben bei Krimsus KKK glücklicherweise auch das Umfeld, um das umzusetzen – inzwischen nicht mehr im jährlichen Turnus, aber wenn was geht dann versuchen wir es…

 Brettspielelabor: 2013 erschien ja dein Spiel “Das Labyrinth des Pharaos”. Wie lang war denn die Entwicklungszeit? Und was war die erste Idee?

Krimsu: Die Entwicklungszeit betrug (mit teils langen Pausen) 5 Jahre. Die Ursprungsidee war hierbei, mit quadratischen Plättchen die Spieler einen möglichst langen Gang bauen zu lassen, wobei die Aufteilung der Plättchen zum Gängebauen so gestaltet werden sollte, dass sie keinerlei Leerräume enthielten

Brettspielelabor: Beim Testen ist uns aufgefallen, dass man ja beim Anderen abschauen kann, wie der Andere sein Plättchen legt. Wir dachten erst wir hätten die Regel falsch verstanden und das Plättchen müsste verdeckt gelegt werden. Dem ist aber nicht so. Interessanter weise wurden die ersten Teile noch gleich gebaut, danach ging dann jeder sein eigenen Weg. Gab es dort Überlegungen es anders zu regeln?

Krimsu: Die Abguckgeschichte wird immer gerne vor dem ersten Spiel angeführt. Aber dann zeigt sich sehr schnell: Jeder hat seinen eigenen Kopf, seine eigene Idee und will es halt damit besser machen als die anderen Spieler. Das haben wir auch sehr schnell wahrgenommen, weshalb das Spielprinzip so wie es ist, sehr schnell stand…

Brettspielelabor: Bei meinen eigenen Prototypen gibt es immer wieder unverhoffte Schwierigkeiten. Gab es denn bei Labyrinth des Pharaos Schwierigkeiten und wenn ja wie bist du damit umgegangen?

Krtimsu: Schwierigkeiten gab es auch hier beim “Pharao”-Prototyp: Zuerst sollten die Spieler alle an einer gemeinsamen Auslage ihre Plättchen legen, was aber den Spielaufbau gegenseitig sehr frühzeitig zu nichte machte. Somit also die Entwicklung zum: Jeder spielt auf seinem eigenen Spielplan. Und natürlich gab es im Laufe der Entwicklung viele Feinjustierungen, was zum Beispiel Punktevergabe und anderes anging.

Brettspielelabor: Beschreibt doch mal den Moment in dem du wusstest; Jawohl das ist ein gutes Spiel, dass möchte ich verlegen.

Krimsu: Das Gefühl war eigentlich bei jedem Testspiel der Fall, bei dem es mir selbst Spaß machte die Plättchen zu legen, auch wenn das Spiel zu den Zeitpunkten noch nicht wirklich reif war. Aber das Gefühl verstärkte sich natürlich grade in der Endtestphase mit entsprechendem Feedback der verschiedenen Testrunden. Irgendwann kommt halt der Moment, wo du spürst, jetzt ist es rund…

Brettspielelabor: Das Testen von Prototypen ist ja das A und O beim Entwickeln von Brettspielen. Wie gehst du das Testen an? Testest du allein? Spielst du bei deinen Testrunden mit? Schreibst du Statistiken oder Tagebuch? Auf was achtest du beim Test?

Krimsu: Bei mir ist es ein Testen in verschiedensten Runden, bei denen ich auch gerne mitspiele (Vielspieler, Gelegenheitsspieler, Wenigspieler – eine Varianz, die ich auch wichtig finde), dann werden Ideen und Kritiken notiert, das Spiel umgebastelt und in die nächste Testrunde geschickt…

Brettspielelabor: Ich habe vor einigen Jahren die Geschichte deines Kleinverlages auf deiner Homepage nachgelesen. Dabei gab es ja viele Höhen, aber auch Tiefen. Hast du denn einen Tipp für die Autoren die überlegen ihre Spiele in einem Eigenverlag zu verlegen?

Krimsu: Ein paar Grundtipps: Gut kalkulieren, gut vorplanen, sich den Markt gut angucken, auf Ratschläge hören und doch sein eigenes Ding machen. Das sind ein paar Sachen, die wir auch ein paar mal ausser acht gelassen haben, und die uns ein paar schwierige Jahre beschert haben. Man lernt aber eh jedes Jahr wieder was Neues. Und man braucht Ausdauer, darf sich nicht von Rückschlägen total entmutigen lassen – bei uns hat es sich aber im grossen und Ganzen immer gelohnt, weil wir es aber auch immer als Hobby betrachtet haben – und der Spaßfaktor einen grossen Teil unserer Entlohnung darstellte – damit gehts um einiges einfacher…

 Brettspielelabor: Zum Schluss die Frage: Was würdest du einem jungen Autor raten, wie er das Erfinden eines Spiels angehen kann?

Krimsu: Das Spiel zusammenbasteln und dann in Spielrunden testen, testen, testen. Und immer daruf gucken, ob einem das Spiel selber immer noch Spaß macht, das war für mich immer einer der wichtigsten Faktoren…

Brettspielelabor: Vielen Dank für das Interview.

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