Restoration Games – Spielen eine zweite Chance geben

Bei älteren Spielen spricht man manchmal davon: »Das Spiel ist gut gealtert«.  Wie alles in dieser Welt hat sich auch die Spieleentwicklung weiterentwickelt. Zudem passen Spiele sich der Lebenswelt der Konsumenten an. Ob ein Spiel gut gealtert ist, sagt meiner Meinung nach vor allem darüber etwas aus, ob es auch heute noch spielenswert ist und Spaß macht. Diplomacy beispielsweise halte ich nach wie vor für ein gutes Spiel es ist aber in die Jahre gekommen. Denn die Spielzeit von 6 bis 8 Stunden bei 7 nötigen Spielern ist heute kaum mehr vertretbar. Meine letzte Partie mit ein paar Mathestudenten liegt auch deshalb schon Jahre zurück. Hier ist die Frage, ob man das Spielgefühl in ein modernes Diplomacy transportieren kann das evl. nur 3 Stunden dauert und genau so gut mit anderen Spielerzahlen (4-7) funktioniert.

Hase und Igel würde ich hingegen als gut gealtert bezeichnen. Die Spielmechanismen können mit neuen Spielen mithalten und auch die Spielzeit liegt ihm Rahmen. Kein Wunder, dass mit »Around the World in 80 Days« dieses Spiel auf der SPIEL16 eine Neuveröffentlichung erfahren hat. Da ich nicht mal mit den Neuheiten eines Jahres durchkomme spiele ich sehr selten alte Spiele. Noch seltener spiele ich aber alte Spiele bei dennen ich nicht weiß, ob sie nun gut oder schlecht gealtert sind.

Vor einigen Wochen habe ich dann von Restoration Games gelesen. Das Ziel ist es sich Spielen aus den 60er, 70er, 80er und 90ern anzunehmen und sie so zu bearbeiten, dass Sie auf dem aktuellen Brettspielmarkt bestehen können. Dadurch möchte man alte Spiele dem heutigen Spieler wieder zugänglich machen. Es soll sich dabei also nicht um eine einfache Wiederveröffentlichung handeln. In wie weit Restoration Games natürlich in das ursprüngliche Spiel eingreifen möchte, ist unklar. Dennoch ich finde die Idee sehr interessant. Zwar kenne ich nur wenige Spiele aus den 60ern, 70ern und 80ern. Denn nach einigen Spielkäufen auf dem Flohmarkt und vielen schlechten Spielerfahrungen habe ich aufgehört alte Spiele zu kaufen, die ich nicht kenne. Ich gehe aber davon aus, dass es da einige Perlen gibt, die ich einfach nicht kenne.

Mit Rob Daviau, hat Restoration Games, einen Spieleautor dem ich zutraue aus einem veralteten Spiel und Game Design ein modernes Brettspiel zu machen. Ihr habt Wünsche, welchen Spielen sie sich annehmen sollten? Dann könnt ihr auf der Homepage von Restoration Games eure Stimme abgeben. Ich bin jedenfalls gespannt ob aus alten, verstaubten Spielen ein neuer, glänzender Diamant entstehen kann.

3 Gedanken zu „Restoration Games – Spielen eine zweite Chance geben

  1. Guten Morgen,

    netter Beitrag mit guten Aussichten für ein Rework des einen oder anderen Klassikers.
    Solange aus einer guten Idee nicht wieder ein Legacy-Game “gezaubert” wird, freue ich mich auf eine Umsetzung.

    Dass Spiele für sieben Spieler und einer Spielzeit von sechs bis acht Stunden früher vertretbarer waren als heute, wage ich allerdings zu bezweifeln ;)
    Damals wurden die Spieler von etwa “Axis & Allies” müde belächelt, heute werden sie als eingefleischte Brettspielexperten bezeichnet. Vielleicht ist es also sogar andersherum.

    Beste Grüße

  2. Ich würde gerne Fragen OB und INWIEFERN es überhaupt sinnvoll und gewünscht ist alte Spiele aufzupolieren.
    Vor dem Hintergrund “Spiel als Kulturgut” ist es das sicherlich, aber ich habe ein bisschen das Gefühl, davon entfernt sich die Branche eher.
    Zum Kulturgut und zum Klassiker kann aus meiner Sicht nur werden, was sich länger, breiter und dauerhafter erhält.
    Das aktuelle Verhalten der Branche/ der Verlage sieht aber anders aus.
    Es MÜSSEN zwangsweise neue Spiele und Produkte auf den Markt kommen weil man/ der Konsument das so will.
    Das Spiel wird gefühlt immer mehr zur “Verbrauchsware”.
    Die Neuheiten von 2014 kommen aus meiner Sicht zu selten auf die Tische und noch seltener bei Messen in die Auslage. Die Verlage scheinen sie für überholt zu halten. Mit den Neuheiten wird mehr verdient. Es geht nicht darum dem Kunden gute Spiele zugänglich zu machen, sondern Ware zu verkaufen.
    Vielleicht sollten wir als Spieler uns darauf besinnen, ob wir nicht eigentlich schon mehr Sammler sind, als Spieler. Wir kaufen den Verlagen ihre Neuheiten ab, ohne ihre alten Schätze schon ausreichend kennengelernt zu haben…

    1. Bei mir besteht schon Interesse an Spielen die schwer oder nur sehr teuer zu bekommen sind wie Bsp. Hotel Life oder Santa Fe (Alan R. Moon). Ob der Markt das möchte weiß ich natürlich nicht. Ich denke aber, denn meisten ist es egal woher das Spiel kommt hauptsache es ist neu und macht Spaß.

      Du sagst, dass die Konsumenten wollen das neue Spiele auf den Markt kommen. Dem würde ich zustimmen aber wollen nicht auch die Verlage das? Ich sehe kaum Anstrengungen von Verlage ihre Spiele zu Marken zu machen. Was nicht zum Selbstläufer wird findet man in einem Jahr nicht mehr im Verlagsprogramm. Und wenn ich sehe für was der “Spiel des Jahres” Gewinner oftmals verkauft wird hat man nicht das Gefühl das der Verlag noch was damit vor hat. Bin mir nicht sicher, ob das nur am Konsument und seinem Kaufverhalten oder auch an der Verlagspolitik liegt.

      Und dann die andere Frage gibt es eine Grenze? Gibt es eine Brettspielblase und diese Output den wir derzeit erleben wird auch rückängig?

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